Pivot

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"Cut your loss, ride your profits"

Pivot ist hauptsächlich beim täglichen Eigenhandel großer Banken im DAX und BUND Future-Trading verbreitet. Die Methode läßt sich aber ohne weiteres auf allen gehandelten Terminkontrakte anwenden. Diese sollten allerdings eine hohe Liquidität und größere Tagesranges besitzen. In Indexfutures funktioniert sie ausgesprochen gut. Daneben werden die Pivots auch bei Currency-Futures und in anderen Futuremärkten genutzt.

Mit Hilfe der Pivot-Punkte ist es möglich kritische Unterstützungen und Widerstände ausfindig zu machen. Es ist eine relativ einfache Kalkulation, die selbst auf der Rückseite eines Händlertickets gerechnet werden kann.

Der Pivot Punkt errechnet sich wie folgt:

Pivot Formel (klassisch)

Pivot Punkte

Berechnung der Unterstützungs- bzw. Widerstandspunnkte

Pivot-Resist (R2) 2. Widerstand PP + (H - L)
Pivot High (R1) 1. Widerstand (2 * PP) - L
PIVOT PUNKT - (High + Low + Close) / 3
Pivot-Low (S1) 1. Unterstützung (2 * PP) - H
Pivot-Support (S2) 2. Unterstützung PP - (H - L)

PP = Pivot Point  H = Vortageshoch L = Vortagestief C = Vortagesschlußkurs

Verschiedenen Händler berechnen ausserdem noch die Punkte R3 und S3. Wobei

R3 = 2 * (Pivot - Low) + High
S3 = Low - (2 * (High - Pivot))

Variationen in der Berechnug des Pivot Punktes:

Um eventuelle Overnight- und Opening Gaps zu kompensieren, werden folgende Variationen genutzt:

Pivot Point = (Hoch + Low + Close + Opentoday) / 4
Diese Berechnung gewichtet den Pivot Punkt mit dem heutigen Open mit.

Pivot Point = (Hoch + Low + Opentoday) / 3
Hier wird das gestrige Closing mit dem heutigen Open ersetzt.

Die Berechnung der Unterstützungen und Widerstände bleibt jeweils gleich !


Tradingstrategie

Die Grundidee des Pivot Tradings ist es sich long zu engagieren, wenn der Pivot-Punkt von unten nach oben durchstoßen wird, und respektive short zu gehen wenn ein Durchstoßen von oben nach unten erfolgt. Diese Technik basiert auf sehr kurzfristigen Charts (1-5 Minuten). Um mögliche Übertreibungen und "Auszieher" herauszufiltern ist es durchaus ratsam, z.B. einen einfachen gleitenden Durchschnitt zu Hilfe zu nehmen.

Diese Art des Tradings beinhaltet sowohl zwei Widerstände als auch zwei unterschiedliche Unterstützungen:

Die Widerstände stellen wie in der klassischen Chartanalyse Bereiche dar, in denen ein Aufwärtstrend gestoppt werden kann. Diese Widerstände können entweder als Zielpunkte für Longpositionen oder aber als Stopp-Loss-Marken für bestehende Shortpositionen verwendet werden. Ein nach oben durchbrochener Widerstand stellt ein Kaufsignal dar, der vormalige Widerstand fungiert dann als Unterstützung, d.h. die bestehende Longposition kann dann mit einem Stop-Loss auf diesem Niveau abgesichert werden.

Logischerweise stellen die beiden Unterstützungen Punkte dar, an denen eine bestehende Abwärtsbewegung gestoppt werden kann. Es können folglich an diesen Punkten bestehende Shortpositionen glattgestellt werden, oder aber Lonpositionen mittels Stop-Loss an diesen Punkten abgesichert werden. Bei einem Durchbruch der Unterstützungen werden diese zu Widerständen und können in der Folge als Stop-Loss für Shortpositionen verwendet werden.

Im einzelnen gilt:

Nach einem Signal des Pivot Punktes und einer entsprechenden Position gilt es -wie bei den meisten Technischen Systemen- einen Stopp Loss (hier kurz unter bzw. über dem Pivot Punkt) zu setzten. Dieser wird mit einem positiven Kursverlauf zunächst bis zum Break-even und eventl. weiter mit dem Kurs nachgezogen.

Das erste Kursziel einer Longposition liegt bei R1. Erreicht der Kurs diesen Punkt, bestehen zwei Möglichkeiten, die abhäning von der jeweiligen Stärke der Bewegung sind:

1. Take Profit oder
2. Plazierung eines S/L kurz unter R1

Überwindet der Kurs R1, wird dieser zur Unterstützung. Eine noch gehaltene Longposition kann nun entweder mit einem Stop knapp unter R1 oder mit einem weiter nachziehenden S/L versehen werden. Für eine weiter gehaltene Longposition gilt nun R2 als nächstes Kursziel. Auch hier gelten die o.g. zwei Möglichkeiten bei erreichen von R2.

Bei dieser Technik ist der erste Bruch des PP am Tag entscheidend. Unter- bzw. überschreitet der Kurs den PP jedoch mehrmals, zeichnet sich also Seitwärtsberwegung ab, ist diese Technik nicht anwendbar.

Nocheinmal: Wie bei allen Trading-Aktivitäten ist die konsequente Anwendung von Stop-Loss-Orders auch bei der Pivot-Technik der Schlüssel zum Erfolg. Erfahrungsgemäß ist es ratsam die Stops nicht weiter als 3 Punkte von den einzelnen Punkten zu legen. Diese Technik funktioniert an ruhigen Tagen besser und vor allem exakter als bei sehr umsatzstarken und volatilen Märkten.


Erweiterte Anwendung der Pivot Punkten:

Durch die Kalkulation eines gleitenden Durchschnitts aus den Pivot Punkten, lassen sich zusätzlich Handelsstrategien entweckeln.
Es wird z.B. ein 3- und ein 5-Tages Moving Average aus den Pivot Punkten berechnen. Liegt der aktuelle PP nun über beiden MA, so besagt die Regel, geht man nur Long Signale ein. Auf der anderen Seite, liegt der aktuelle PP unter den beiden errechneten MA, so werden nur Shortsignale berücksichtigt.

Handel an ereignislosen Tagen:

Ohne neue Nachrichten oder andere relevante Informationen, gehört der Markt den "Locals". Die Annahme besteht nun darin, das diese zwischen den Punkten S1 und R1 handeln. An einem lustlosen und wenig aktiven Tag kann man also diese Punkte als Einstiegpunkte nutzen. D.h. sich bei R1 short und bei S1 long zu gehen. Die Stopps werden hier kurz über R2 bzw. kurz unter S2 gesetzt. Läuft der Markt in die prognostizierte Richtung, werden die Stopps nachgezogen.

Bricht nun allerdings entweder S1 oder R1, so ist damit zu rechnen, daß Marktteilnehmer ausserhalb des Floors in den Markt eintreten.  Ein weiterer Anstieg bzw. Fall auf R2 bzw. S2, signalisiert weiteres Interesse längerfristig orientierter Teilnehmer. Wobei die Range zwischen R1 und S1 hinfällig ist. Das gestiegene Interesse deutet auf eine neue Richtung des Kurses hin.

In diesem Zusammenhang spielt das Volumen eine besondere Rolle. Zwischen R1 und S1 sollte dieses relativ gering sein. Erst über S1 und S2 bzw. R1 und R2 ist von einer merklichen Erhöhung auszugehen ud bestätig den Trend.

Auf eben diesem System basiert in etwas veränderter Form auch Wells Wilder´s Reation Trend System.


Beispiel:  Bund-Future

Vortageshoch 109,67
Vortagestief 109,40
Vortagesschlußkurs 109,64
Eröffnung heute 109.64

Beispiel Bund Future Beispiel Bund Future(Zur Vergrößerung anklicken)

klassisch

Variation Variation 2
Pivot-Resist 109,84 109,86 109,84
Pivot-High 109,74 109,78 109,74
Pivot-Punkt 109,57 109,59 109,57
Pivot-Low 109,47 109,51 109,47
Pivot-Support 109,30 109,32 109,30

R3 = 110,01 und S3 =109,20


Stocks & Commodities Artikel:

Bücher:

  • New Concepts in Technical Trading Systems J. Wells Wilder, Dearborn Publishing, Inc., 1990
  • Futures-Trading Joe Ross

Futures-Trading
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John J. Murphy

aktuelle Pivot Punkte

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und
Pivots von t-t-f

bzw.
vantage.de

oder einfach selber in Excel programmieren !

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Persönliche Erfahrungen: Fibonacci Retracement, Pivots und andere selbsterfüllende Prophezeihungen

Stand: 28.12.2002