Definition
Zinssicherungsinstrument
Vertrag zwischen zwei Parteien
fixierter Zinssatz für einen zukünftigen Zeitraum und vereinbarten Nominalbetrag
Verwendung: Hedging, Zinserwartung, Arbitrage
over the counter ( OTC)
fiktive Geldanlage-/aufnahme
4.2.1.1 Terminologie
6/12 er FRA meint in 6 Monaten für 6 Monate
FRABBA(British Bankers Association), ISDA(Swap
Dealer Association)
- Daten
Valuta = Heute +2 Tage
Settlement = Valuta + 1.Periode (Ausgleichszahlung fällig)
Fixing = Settlement 2Tage (Errechnung der Ausgleichzahlung) F23
Maturity = Valuta + 2.Periode
- Referenzsatz
-> meist
LIBOR-Basis bzw. Euribor
- FRA BUY
fiktive Geldaufnahme; Spekulation auf steigende Zinsen
entspricht lang genommen und kurz gegeben
- FRA SELL
fiktive Geldanlage; Spekulation auf sinkende Zinsen
entspricht lang gegeben und kurz genommen
- Quotierung
gebräuchliche Perioden: 3,6,9 oder 12 Monate Laufzeit
broken-dates z.B. "IMM-dates" (deckt sich mit
Futureperioden/größten Umsätze)
- Ausfallrisiko -> beschränkt auf die Ausgleichszahlung
- Funktionsweise
Referenzzins > FRA Zins = Verkäufer zahlt
Referenzzins < FRA Zins = Käufer zahlt
4.2.1.4 Ermittlung
4.2.1.4.1 aus DepotsätzenAusgangspunkt ist die jeweilige Zinskurve am Depotmarkt
Preisobergrenze
Aufnahme lang und Veranlagung kurz = FRA GELD MAX F21
Preisuntergrenze
Veranlagung lang und Aufnahme kurz = FRA BRIEF MIN F22
Anmerkung:
Risiko der Veranlagung bzw. Aufnahme zu LIBOR/Euribor ! (z.B. Bonitätsverschlechterung)
BASISRSIKO |
Grundsätze
je steiler die Zinskurve, desto höher die FRA Sätze
bei normaler Zinskurve sind die FRA Sätze höher als das Zinsniveau
4.2.1.4.2
aus den Zinsfutures
- 100 Futures Brief = FRA Geld
(Berücksichtige Futures immer 90 Tage beim Errechnen des Hedgebetrags v.s.
FRA)
- Errechnung FRA-Strip über Effektivzinsformel F15
- Definition
börsengehandelte Kontrakte mit standadisierten Merkmalen
Underlying:
meist 3 Monats-Depot (zusätzlich 1 Monat bei einigen Währungen)
stellt den Zinssatz für eine zukünftige Periode dar
Laufzeit exakt 90 Tage (bzw. 30 Tage)
Verwendung: Hedging, Trading, Arbitrage
jeder Kontrakt besitzt eine bestimmte Volumensgröße
standardisierte Fälligkeitstermine
sind meistens an Börsenöffnungszeiten gebunden
Open/Close and verschiedenen Börsen ev. möglich
Usancen
Liefertage
Jeder 3. Mittwoch des Monates im Quartal
März(H), Juni(M), September(U),
Dezember(Z),
die nächsten 4 Perioden werden als "Red March", "Red June"
usw. bezeichnet
bei 1 Monats-Futures jeder 3.Mittwoch des Monats (bei EURO
nur an der EUREX)
Letzter Handelstag -> 2 Werktage vor Liefertag (
Ausnahme GBP taggleich möglich)
Quotierung -> als Abschlag von 100
Kontraktvolumen -> meist 1 Mio (GBP 0,5 Mio)
Kauf
Hedge,Spekulation auf fallende Zinsen = Verkauf FRA
Verkauf
Hedge,Spekulation auf steigende Zinsen = Kauf FRA
Tick
Mindestpreisbewegung eines Futureskontrakts
Tickwert = Kontraktgröße *
Tickgröße * (Tage/360)
Abrechnung
"Cash-Settlement"; am Letzten Handelstag in bar
EDSP (Exchange Delivery Settlement Price = 100-BBA Fixing Satz)
Veröffentlichung des EURIBOR durch
"Bridge"
weitere
Usancen
- Schließen bewirkt die Auflösung der Position und
Realisierung der Gewinne/Verluste
- Clearing-House
Geschäftspartner aller eigentlicher Käuer bzw. Verkäufer
Reduzierung des Kreditrisikos
handelt nur mit registrierten Clearing-Mitgliedern
- Margins
zur Reduzierung des Kreditrisikos auf ein Minimum
Zahlung an Clearinghouse, bei Geschäften über Broker: Zahlung an diesen (Kreditrisiko)
- Initial-Margin (auch "haircut"genannt)
festgelegte Betragsgröße pro Kontrakt,
je nach Futurekontrakt und Währung entsprechend der Volatilität vom Clearing-House
festgelegt
wird bei Auslaufen oder vorzeitiger Schließung rückerstattet!
- Spread-Margin
reduzierte Initial-Margin bei gleichzeitiger Long und Short Position in verschiednen
Perioden
- Variation-Margin
tägliches in Rechnung stellen von Gewinn und Verlust (wird zusätzlich zur Initial-Margin
erhoben)
- Span-Margin
Ermittlung des Gesamtrisikos
4.2.2.2
Preisfindung
ähnlich wie FRAs, nur unterschiedliche
Quotierungusancen bewirken leichte Unterschiede F24
Optionen auf MM-Futures wie "amerikanische Option"
4.2.2.3 MM-Future vs. FRA
|
FRA |
MM-Future |
| Quotierung |
Zinssatz |
100-Zinssatz |
| Produkt |
OTC-Produkt |
Börsenprodukt |
| Volumen |
Jedes
Volumen darstellbar |
Volumen je nach Währung
fixiert |
| Laufzeit |
Jede
Laufzeit darstellbar |
IMM Laufzeit 1 - 3 Monate |
| Spread |
1 - 4
Punkte |
meist 1 BP, eventl. auch
0,5 BP |
| Kreditrisiko |
gering |
Keines |
| EK-Belastung |
gering |
Keine |
| Zinsberechnung |
echte
Tage |
Immer 30 bzw. 90 Tage |
| Ausgleichszahlung |
Wird abdiskontiert |
Immer 30 bzw. 90 Tage |
| Limite/Linien |
Doppelte Linienbelastung
bei Kauf und Verkauf |
Kauf/Verkauf
reduzierte Margin
Positionen können geschlossen werden |
| Backoffice |
Geringer Aufwand |
Durch
tägliche Margineinschüsse aufwendig |
MoneyMarket-Futures
Merke
:
immer 1 Mio auf 3 Monate oder 3 Mio auf 1 Monat
Ausnahme GBP = 0,5 Mio |
4.2.3 Futures am Kapitalmarkt
- Liefertage -> wie MM-Future
- Letzter Handelstag -> wie MM-Future
- Quotierung ->wie MM-Future
- Underlying:
synthetische Anleihe mit definierter Laufzeit und Kupon
meist Staatsanleihen
z.B. Bund-Future10-jährige Anleihe Kupon 6%
- Kontraktvolumen von der Börse spezifiziert
z.B. Euro-Bund-Future100.000 Euro / Kontrakt
- Vorteil der Kapitalmarktfutures:
- geringer Bid-Offer Spread
- hohe Liquidität
- kein Kreditrisiko
- keine Kreditlinien notwendig
- Basisriskio =
Restrisiko besteht Aufgrund unterschiedlicher Produkte
- Käufer
eines Bundfutures
verpflichtet sich zu einem fixierten Datum eine spezifizierte Anleihe zu einem
festgelegten Preis zu kaufen
Spekulation auf sinkende Zinsen
- Verkäufer
eines Bundfutures
verpflichtet sich zu einem fixierten Datum spezifizierte Anleihe zu einem festgelegten
Preis zu liefern.
Er hat das Wahlrecht, welches der lieferbaren Anleihen er wirklich liefert (CTD)
- Cheapest-to-deliver
(CTD)
Preis eines Bondfuture richtet sich nach der "cheapest to deliver" Anleihe F42 und errechnet sich aus:
Kurs +
Finanzierungskosten - Einnahmen
Konversionsfaktor |
- Spekulation: auf steigende Zinsen bzw. gegen steigende
Zinsen absichern
- Delivery
im Gegensatz zu MM-Futures PHYSISCH
von der Börse spezifizierte lieferbare Anleihen
Abrechnungspreis wird über Konversionsfaktor berechnet:
KVFR = Barwert der Anleihe
100 |
Der Konversionsfaktorgibt
die Rendite am Tag der Lieferung an
Anwendungsbeispiele:
Absicherung eines Festzinsanleiheportfeuilles gegen Zinssteigerungen
Absicherung einer geplanten Festzinsemission gegen
einen Zinsanstieg
Intraday-Hedging von Zinsrisiken
(Absicherung offener Zinsrisiken aus anderen Instrumenten, z.B.
Zinsswaps)
Basisrisiko->
Risiko von zwei nahezu dieselbe Fristigkeit aufweisenden Instrumenten
( z.B. Zinsswap/Anleihe) Restrisiko aufgrund von Marktunvollkommenheiten und
Liquiditätsunterschieden
4.2.3.4
Future-Märkte
Kapitalmarkt-Futures
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Lawrence Galitz

Optionen
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Zinsfutures
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Hans Diwald
Finanzmathematik in der Bankpraxis.
Vom Zins zur Option.
Thomas Heidorn
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